Schulgeschichte

Die Städtische  Gemeinschaftsgrundschule am Sunderplatz

Die ab dem Jahre 1918 errichtete Siedlung Heimaterde erfüllte durch ihre Bauweise und Anpassung an das Gelände die Prinzipien einer Gartenstadt in vollem Umfang. Bis zum Jahre 1940 waren bereits rund 1.000 Wohnungen entstanden. Schon in den frühen Plänen des Mülheimer Architekten Theodor Suhnel sollte am Sunderplatz als Ortsmittelpunkt ein „Marktplatz, Schul- und Kirchberg“ entstehen.

Schon 1930 forderte der (katholische) Kirchenbauverein: „Wir haben jetzt schon 1200 Katholiken, und die Siedlung ist erst zu einem Drittel bebaut… Der Stadtteil Heimaterde wird in Zukunft zu den dicht bevölkerten Bezirken in Heißen gehören. Eine der dringlichsten Aufgaben ist die Errichtung einer Schule in der Siedlung. Die Stadt Mülheim hat schon lange eine Schule in Heißen beantragt. Eigentlich hapert es nur an den Finanzen.“

Diese Forderungen hielten auch nach dem Zweiten Weltkrieg an. Doch erst im Herbst 1949 wurde ein neues Schulhaus (Holzhaus) mit zwei Klassenräumen, einem Lehrerzimmer und einem Garderobenraum errichtet, um den katholischen Kindern der Grundschule den weiten Weg zur Bismarckschule zu ersparen und den dortigen Raumangel zu beheben. Nach Fertigstellung des Hauses wurde am 16.01.50 die Schule mit vier Grundschulklassen belegt. am 25. Januar 1950 wurde diese Schule feierlich eingeweiht. 205 Kinder besuchten die Schule, die vermutlich zunächst als Depandance der Kath. Schule am Priesters Hof geführt wurde. Der Barackenbau konnte jedoch nur eine Zwischenlösung sein.

In einer Schulgemeindeversammlung am 09.12.1954 im „Krug zur Heimaterde“ erklärten Vertreter der Heimaterde u.a.: „Bis zur Zerstörung der Blücherschule gingen die kath. Kinder der Heimaterde dort hin. Die Situation dieser Kinder ist heute, bei einem Weg von 45 Minuten, weitaus schlechter. Die Heimaterde hat nicht nur für Mülheim die größte Wohndichte, sondern auch die größte Kinderdichte. Im Stadtteil Heißen gehen etwa 500 Kinder zur katholischen Schule, etwa 30 katholische Kinder gehen in die evangelische Schule an der Gneisenaustraße und 66 in die Gemeinschaftsschule am Fünterweg. 180 Kinder der ersten vier Jahrgänge werden in einer zweiräumigen Baracke am Sunderplatz unterrichtet. Die Schulwege sind zu 2/3 nicht ausgebaut. Ferner sind viele Straßen stark befahren und eine große Gefahr für die Kinder.“

Zwei Jahre später lesen wir: „In der Schulausschusssitzung vom 6.2.1956 wurde einstimmig der Plan der Stadtverwaltung angenommen, auf dem Sunderplatz noch in diesem Jahre eine neue Schule zu errichten und zwar soll 1956 der 1. Bauabschnitt und 1957 der zweite getätigt werden. Über diese Mitteilung herrscht bei den Eltern große Freude.“

Für das neue Schulgebäude hatte die Krupp-Kleinwohnungsbau GmbH bereits 1953 der Stadt Mülheim ein Grundstück von 6.700 qm als Geschenk angeboten. Daran war die Bedingung geknüpft, dass innerhalb von fünf Jahren eine kath. Volksschule gebaut würde.

In der Chronik der „Bismackschule“ lesen wir: Am 6.9.56 erfolgte der Umzug der Kinder vom Sunderplatz zur Gastschule an der Filchnerstraße. Der Abbruch der Baracken und deren Wiederaufbau an der katholischen Schule an der Bruchstraße kostet 26.000 DM. Mit dieser Summe hat die Stadtverwaltung nicht gerechnet. Sie musste erst genehmigt werden. Mittlerweile ist die Genehmigung erteilt, aber bis heute, den 29.9.56, ist der 1. Spatenstich an der neuen Schule noch nicht gemacht worden.

Wann dieser „Erste Spatenstich“ erfolgte, ist nicht zu ersehen; jedoch Ende Dezember 1956 wurde mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen.

Am 11.9.1958 findet die Einweihung der neuen Schule am Sunderplatz statt. Lassen wir die Chronisten der Bismarckschule sprechen:

„Endlich ist die Schule da… Man kann durchaus von einer Musterschule sprechen, denn der Neubau, der sich im Schatten der Theresienkirche erhebt, erfüllt die Voraussetzungen, die eine Schule in einer geschlossenen Siedlung zu erfüllen hat, […]“ 

(Hans-Dieter Strunck)

Im Jahre 2018 werden wir das 60jährige Jubiläum der neuen Schule am Sunderplatz feiern können.